Ein Kinderspiel im Test zu Pokémon Super Mystery Dungeon

Pokémon Super Mystery Dungeon
© Nintendo
Pokémon Super Mystery Dungeon
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Pokémon Mystery Dungeon: Team Blau, einen der ersten beiden Ableger dieser Reihe, verbinde ich mit den letzten Zügen meiner Schulzeit. Denn anstatt für meine Abi-Klausur in Französisch zu pauken, verbrachte ich Stunde um Stunde damit, mich durch unzählige Dungeons zu schlagen. Mittlerweile komme ich in den Genuss, mein Geld mit dem Schreiben über Videospiele zu verdienen. Doch nicht nur ich bin inzwischen weiter, auch die Mystery Dungeon-Reihe geht mit Pokémon Super Mystery Dungeon in die sechste Runde.

Wie es für das ungemein erfolgreiche Pokémon-Franchise üblich ist, bleibt auch das Grundgerüst der Geschichte in Pokémon Super Mystery Dungeon das Alte. Aus unerklärlichen Gründen seid ihr ein Mensch im Körper eines Taschenmonsters, der unter mysteriösen Umständen seinen Weg in die Welt der possierlichen Wesen gefunden hat. Selbstverständlich treibt dieses Mysterium die Story voran, doch abseits davon gibt es noch viel mehr zu tun und zu sehen. Ebenso wie in den Vorgängern sucht ihr als Rettungsteam verschwundene Pokémon oder verlorene Items und begleitet eure Auftraggeber durch unterschiedlichste Dungeons. Währenddessen attackieren euch immer wieder die darin heimischen Pokémon.

Doch zu Beginn eures Abenteuers absolviert ihr erst einmal einen Persönlichkeitstest, ebenso wie in der ersten Generation der Pokémon Mystery Dungeon-Spiele. Mir gefällt dieses Feature sehr und da ich das Spiel nach dem ersten Anspielen noch einmal neu begonnen habe, weiß ich, dass nicht immer dieselben Fragen gestellt werden. Falls euch das dadurch zugeordnete Pokémon nicht gefällt, könnt ihr übrigens frei zwischen allen Startern der Generationen eins bis sechs sowie Riolu entscheiden. Danach sucht ihr euch aus diesem Pool noch eine Partnerin aus, gebt euren Protagonisten Namen und legt los. Und damit beginnt nicht nur die Story, sondern ebenfalls ein quälend langes Tutorial, das mich so vehement an die Hand genommen hat, dass ich mich am liebsten quengelnd auf den Boden geworfen hätte.

Nach zwei bis drei Stunden dürft ihr auf eigene Faust Dungeons erkunden und erst nach noch mehr verstrichener Spielzeit fühle ich mich so, als würde der Titel richtig durchstarten. Das ist nicht nur ärgerlich, weil es am Geduldsfaden zerrt, sondern weil die Geschichte die Charaktere eigentlich liebenswert und die Spielwelt lebendig macht. Weniger Tutorial wäre bloß einfach mehr gewesen.

Seine Dungeons generiert Pokémon Super Mystery Dungeon zufällig aus bestimmten Versatzstücken, weshalb sie — im Gegensatz zu euren Aufgaben — abwechslungsreich und dank ihres Designs darüber hinaus ein Augenschmaus für den geneigten 3DS-Spieler sind. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihres Schwierigkeitsgrades, sondern auch ihres Erscheinungsbildes, weil sie in verschiedenen Klimazonen oder sogar unter dem Meer liegen.

In den Spielumgebungen findet ihr, neben Gegnern, übrigens auch eine ganze Reihe nützlicher Items, die zum Beispiel für Attacken benötigte Angriffspunkte oder Lebensenergie auffüllen. Dazu zählen auch sogenannte Sipale, die euch interessante Vorteile wie Doppel-Angriffe oder Einblick in alle sich auf einer Ebene befindlichen Items gewähren. Diese Edelsteine werden wiederum in Armreifen eingesetzt, mit denen ihr einen Charakter ausrüsten könnt. Auf einer Mission müsst ihr — wie in den ersten Teilen der Reihe — besonders darauf achten, dass die Mägen eurer Team-Mitglieder stets gefüllt sind, sonst verlieren sie Lebensenergie. Leckere Äpfel sind also Pflicht-Proviant für jede angenommene Mission.

Als Spiel für zwischendurch gefällt mir Pokémon Super Mystery Dungeon ungemein gut. Der Stil ist enorm knuddelig, wovon ihr euch aber nicht täuschen lassen solltet. Einige Gebiete haben es ganz schön in sich und da kommt es sehr gelegen, dass ihr durch das Erledigen von Aufträgen schon zu Anfang Pokémon höherer Level für euer Team rekrutiert. Falls ihr euch in einem Dungeon befindet und der Akku des 3DS schlapp macht, bietet euch das Spiel zudem einen Teleport an, bevor ihr eventuell nicht mehr speichern könnt und dadurch euren Fortschritt verliert. Sehr fair.

Letztendlich muss ich allerdings wohl einsehen, dass ich zu alt bin, um zur Zielgruppe von Pokémon Super Mystery Dungeon zu gehören. Und damit verschenkt es leider viel Potenzial. Schließlich schaffen es auch die Pokémon-Hauptspiele jung und alt gleichermaßen anzusprechen. Zumal ich mich bei ihnen nicht fühle, als wäre ich noch ein Dreikäsehoch, weil sie mir nicht mit simplem Sprachgebrauch, einem ausufernden Tutorial und der Erinnerung daran, doch bitte beim Spielen Pausen einzulegen, auf den Keks gehen.

Fazit

Obwohl Pokémon Super Mystery Dungeon meine Geduld mit einem viel zu langen Tutorial und der Ausrichtung auf eine junge Zielgruppe, die sich unter anderem durch eine sehr simple Sprache äußert, auf die Probe stellte, ist es ein gelungener Ableger der Reihe. Der Stil ist knuddelig wie eh und je, die Dungeons trotzdem relativ anspruchsvoll und der beliebte Persönlichkeitstest zu Spielbeginn feiert auch ein Comeback.

Um zur Zielgruppe für Pokémon Super Mystery Dungeon zu gehören, bin ich eindeutig zu alt. Als Zeitvertreib für zwischendurch macht der Titel trotzdem Spaß.
  • Persönlichkeitstest zu Beginn
  • lebendige Spielwelt
  • große Auswahl spielbarer Pokémon
  • zu langes Tutorial
  • ausgelegt für jüngere Zielgruppe

Pokémon Super Mystery Dungeon wurde uns in Form eines Download-Codes für 3DS vom Publisher zur Verfügung gestellt. Das Spiel erscheint am 19. Februar 2016

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