Garden Warfare 2 ist der beste Shooter, den ihr nicht spielt

Plants vs Zombies – Garden Warfare 2
© Electronic Arts
Plants vs Zombies – Garden Warfare 2
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Sprechen wir über Shooter, dann ist Plants vs. Zombies: Garden Warfare nicht der erste, der uns in den Sinn kommt – wahrscheinlich nicht einmal der zehnte. Schade eigentlich, denn der bizarre Kleingartenkrieg, in dem ihr mit Photosynthese gegen die Verwesung kämpft, sollte keinesfalls unter eurem Shooter-Radar fliegen.

Falls Garden Warfare es noch nicht in eure Sammlung geschafft hat, setzt nun Plants vs. Zombies: Garden Warfare 2 zum nächsten Versuch an und möchte sich als der vielleicht ungewöhnlichste Kriegsshooter der Videospiellandschaft einen Platz in eurem Spieleregal (oder zwischen euren Topfpflanzen) erkämpfen.

Was ist Garden Warfare 2 eigentlich?

Wer Plants vs. Zombies hört, der denkt in erster Linie an den Tower Defense-Hit, der 2009 Smartphones eroberte und uns schmucke Gärten anlegen ließ. Die sollten verhindern, dass die angreifenden Zombies unser Haus und Hirn erreichen. Wirklich naheliegend war der Schritt zum Third Person-Shooter auf Konsolen nicht, allerdings trifft das bereits auf das Grundkonzept des postapokalyptischen Kleingartenkriegs zu.

Die bizarre Idee und die quirligen Charaktere funktionieren in beiden Genres hervorragend, was daran liegt, dass der Kern des Franchises sich selbst immer treu bleibt: Alles dreht sich um die aufmüpfigen Pflanzen und fiesen Zombies. Wie sie sich dabei bekämpfen ist fast egal. Aber auch nur fast.

Wie unterscheidet sich Garden Warfare 2 vom ersten Teil?

Häufig ist der zweite Teil eines Franchises nicht so gut wie der erste, obwohl wir eigentlich hoffen sollten, dass Entwickler mit jedem Teil etwas dazulernen. Über Garden Warfare 2 lässt sich das zum Glück nicht sagen, denn das Spiel wurde sinnvoll erweitert, ausgebaut und angepasst, um auf die am ersten Teil geübte Kritik einzugehen.

Gleichzeitig wirft der Garten-Shooter aber auch einen Blick zurück und belohnt treue Spieler des Franchises mit der Möglichkeit, die eigenen hochgelevelten Charaktere aus Garden Warfare zu übertragen – das geschieht auch über unterschiedliche Plattformen hinweg. Das spart euch den Kauf einiger Sticker-Packs, die ihr mit Ingame-Credits erstehen könnt, um neue Versionen eurer Charaktere zusammenzupuzzlen und neue Waffen in Form von Pflanzen bzw. Zombie-Gegenständen zu erhalten.

Dieses Mal könnt ihr anders als zuvor nicht nur die kriegerischen Pflänzchen spielen, sondern auch ihre untoten Widersacher. Nachdem sie den Krieg um Suburbia gewonnen haben, sind die Zombies erstmals in der Defensive und müssen sich gegen das gegnerische Gemüse wehren, das ihre Festung stürmen will.

Dieses Mal gibt es eine Hub-Welt, in der sich sowohl die Zentrale der Zombies als auch die der Pflanzen befindet sowie die Überreste einer Stadt dazwischen, in der offen der Krieg tobt. In eurem Garten/Friedhof könnt ihr nicht nur Fortschritte betrachten, Anpassungen vornehmen und den Modus auswählen, sondern außerdem Quests annehmen. Wirkliche Innovation sucht ihr hier zwar vergeblich, sie sind dennoch ein guter Zeitvertreib, der euch hilft, die neuen Krieger abseits des Multiplayers auszutesten und Credits für neue Sticker-Packs zu verdienen. Obwohl es nervig sein kann, dass ihr neue Dinge via Zufall freischaltet, ist das System dank einer fairen Credit-Vergabe motivierend – und momentan noch mikrotransaktionsfrei. Allerdings wurden diese bei Garden Warfare auch erst nach dem Launch hinzugefügt.

Zu den Neuerungen gehören neben dem viel gewünschten Split Screen natürlich auch neue Karten und Charaktere, die teilweise sogar aufeinander abgestimmt sind. Daher ist es nicht überraschend, dass zu den neuen Charakteren eine magische Rose gehört, die Zombies in Ziegen verwandeln kann, sowie eine Märchen-artige Karte oder ein Imp in einem Mech, der hervorragend zum Weltall-Setting einiger Maps passt.

Statt drei gibt es sieben verschiedene Modi, die euch entweder im 24-Spieler Herbal Assault-Modus in die Schlacht um Zomburbia schicken, oder gemeinsam mit drei anderen Spielern im Koop in Graveyard Ops kämpfen lassen.

Was macht Garden Warfare 2 eigentlich so besonders?

Werft einen Blick ins Shooter-Regal und werft dann einen Blick auf Plants vs Zombies: Garden Warfare 2 und ihr bekommt den ersten Teil eurer Antwort automatisch. Garden Warfare setzt weder auf Realismus, noch steht bitterer Ernst auf der Tagesordnung. In anderen Franchises mag es zwar stimmen, dass "War never changes", die Auseinandersetzung zwischen Zombies und Pflanzen ist hier aber mit Sicherheit die Ausnahme von der Regel.

Der farbenfrohe Third Person-Shooter nimmt sich selbst nicht ernst und das Genre schon gleich gar nicht. Er referenziert Spiele wie Titanfall und Mass Effect, orientiert sich an klassischen Modi und Klassen und verpasst ihnen einen leichtherzigen Twist und Anstrich. Das geschieht, ohne dass das konventionelle Genre-Gameplay darunter leiden würde wie es häufig der Fall ist, wenn Shooter sich an eine größere Zielgruppe wenden sollen. Star Wars: Battlefront leidet beispielsweise darunter, sich im Kern zu nah an der Mechanik von Battlefield zu bewegen, sie gleichzeitig aber zu stark herunterzubrechen, was viele Fans unbefriedigt zurückließ. Garden Warfare 2 macht traditionelle Shooter-Mechaniken hingegen durch eine neue Interpretation leichter zugänglich, was sie frischer und originell wirken lässt.

Dafür sorgt auch die ungewöhnlich bunte Präsentation, die sich stark von den typischen First- und Third Person-Shootern abhebt. Der Cartoon-Stil des Tower Defense-Spiels wurde beibehalten, in die dritte Dimension katapultiert und dabei mit jeder Menge Neonfarben bombardiert. Garden Warfare 2 lebt von seinen vielen, verqueren Details.

Die Unbeschwertheit, die das Spiel präsentiert, lässt sich leider nur selten im Shooter-Genre finden. Gerade in den letzten zwei Jahren sind zwar fantastische Vertreter wie Splatoon (Wii U) und Sunset Overdrive (Xbox One) aufgetaucht, sie sind aber dennoch eher die Ausnahme als die Regel zum üblichen Kriegsgeschehen und zudem je nur auf einer Plattform vertreten. Es ist fast ein wenig ironisch, dass es die großen, die lauten, die ernsten Shooter, die nur für Core Gamer gedacht sind, es auf alle Konsolen schaffen. Ein weniger verbissenes Äquivalent für eine potenziell größere Zielgruppe aber durch einen engeren Veröffentlichungsrahmen eingeschränkt wird. Auf Plants vs Zombies: Garden Warfare 2 trifft das zum Glück nicht zu.

Für wen ist Garden Warfare 2?

Ich hasse es, wenn übermotivierte Marketingpersonen sagen, dass ein Spiel für "alle" ist, denn dabei handelt es sich eigentlich immer um eine dreiste Lüge. Kein Titel ist für alle Spieler geeignet, selbst wenn es sicher ein paar gibt, bei denen es zumindest halbwegs einen Konsens gibt.

Auch Plants vs Zombies: Garden Warfare 2 ist bestimmt nicht für alle Spieler geeignet. Die Shooter-Mechaniken funktionieren zwar hervorragend, sind aber im Vergleich zu Genre-Kollegen, die als Inspiration dienten, viel simpler gehalten. Daher läuft das Spiel leider Gefahr, von Shooter-Veteranen als zu casual abgestempelt und ignoriert zu werden.

In erster Linie mag Garden Warfare 2 aussehen als wäre es nur für Kinder oder jüngere Spieler gemacht, um die nächste Generation schon einmal auf Battlefield, Battlefront & Co. vorzubereiten. Der typische Plants vs Zombies-Charme schafft es allerdings, sich über die Zielgruppe hinaus zu erstrecken – gerade, wenn ihr langsam die Nase voll habt von immer ähnlichen Kriegsszenarien in matschigen Brauntönen oder eine Pause davon braucht, ohne aber gleich das Genre zu wechseln.

Garden Warfare 2 ist die snackable Version eines Shooters: Einsteiger-freundlich, super geeignet für zwischendurch und mit hohen Suchtpotenzial. Es lässt Spieler experimentieren, ohne sie dafür zu bestrafen, was es zu einem fantastischen Shooter für Neulinge macht. Nicht nur bietet er einen guten ersten Schritt in die Welt der Multiplayer, es gibt außerdem Solokampagnen, Splitscreen und Koop-Missionen, die die Hemmschwelle senken, die das Genre häufig mit sich bringt.

Vielleicht ist Plants vs Zombies: Garden Warfare 2 vor allem ein einsteigerfreundlicher Familien-Shooter, was mich allerdings immer wieder auf das postapokalyptische Kleinstadtschlachtfeld voller Grünzeug und Zombies zurückbringt, ist die Abwechslung, die mir der Shooter im Vergleich zu anderen bietet. Ich brauche nicht immer Krieg, dramatische Auseinandersetzungen und verbissene Soldaten. So sehr ich das auch in Call of Duty: Black Ops 3 und Co genieße, manchmal will ich einfach nur neonfarbenes Chaos und mit Erbsen auf Untote schießen.

Plants vs Zombies: Garden Warfare 2 setzt den postapokalyptischen Kleingartenkrieg erfolgreich fort und ist perfekt für alle, die bunte Shooter-Abwechslung in ihrem Leben brauchen.
  • tolles Charakterdesign
  • große Weiterentwicklung zu Teil 1
  • Split Screen
  • Singleplayer-Modus
  • faires Belohnungssystem
  • humorvolles Gameplay
  • spielbare Zombies
  • Langzeitmotivation schwer einschätzbar
  • etwas langweilige Quests

Plants vs Zombies: Garden Warfare 2 wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt und auf PS4 und via EA Access Xbox One getestet.

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