Kein Weg zurück — Das neue Call of Duty muss in der Zukunft spielen

Das nächste Call of Duty wird in der Zukunft spielen
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Ich weiß doch auch nicht.

Das Call of Duty-Franchise hat einen langen Weg hinter sich. Zwischen dem ersten Teil und dem aktuellsten Ableger Call of Duty: Black Ops 3 liegen rund 13 Spiele und 13 Jahre Entwicklungsgeschichte. Doch auch etwas viel grundsätzlicheres hat sich seit unserem ersten Besuch auf den pompösen Schlachtfeldern verändert: Unser Verständnis davon, was Call of Duty eigentlich ist.

Die Anfänge des Franchises liegen in den Schauplätzen des Zweiten Weltkriegs: Die Normandie, Berlin, Stalingrad, der Pazifik — all diese Orte bereisten Spieler und wurden Zeuge einer noch nie dagewesenen, hochprofessionellen Inszenierung, die seiner Zeit kilometerweit voraus war. Über die Jahre entwickelte sich die Vision von Call of Duty allerdings weiter: Neben der Solokampagne rückte der Multiplayer-Modus immer weiter in das Zentrum der Aufmerksamkeit, während die Schauplätze zunehmend modernisiert wurden. Über den Kalten Krieg und Konflikte in unserer Gegenwart erreichten wir schließlich die Schlachtfelder der Zukunft, die von Jetpacks und Kampfanzügen geprägt wird. Black Ops 3 bietet das schnellste Multiplayer-Erlebnis, das die Reihe bisher geschaffen hat und wird deswegen ausschlaggebend für das nächste Call of Duty sein, davon bin ich überzeugt.

Alle Zeichen stehen auf SciFi

In den letzten Jahren entdeckten die drei Entwickler Treyarch, Infinity Ward und Sledgehammer Games mehr und mehr das Potential des Multiplayers, eine Community auch langfristig und über das Ende der Kampagne hinaus an ihr Produkt zu binden. Die zahlreichen DLCs, Season Pässe und neuerdings auch Mikrotransaktionen sichern den Teams zusätzliche Einnahmen, auch nachdem das Spiel bereits über die Ladentheke gewandert ist. Damit haben die Multiplayer-Community und die zahlreichen Aktivitäten im eSport enorm an Relevanz gewonnen und werden bei der Wahl zukünftiger Schauplätze eine wesentliche Rolle spielen.

Was bedeutet das aber nun konkret? Im Grunde ist es eine sehr einfache Rechnung. Über die letzten Jahre hinweg modernisierten sich die Multiplayer-Schlachtfelder des Franchises zusehends. Jetpacks, Kampfanzüge und Drohnen beschleunigten den Kampf gegen andere Spieler und machten Call of Duty zu einem der schnellsten Shooter-Franchises, die es derzeit auf dem Markt gibt. Die Community hat diese Entwicklung zu großen Teilen begleitet und sich ganz organisch an die zunehmende Geschwindigkeit gewöhnt. Würde Infinity Ward dieses Jahr ein neues Modern Warfare präsentieren, dass den Schauplatz und die damit verbundene Kriegstechnologie wieder näher an unsere Gegenwart rückt, so wäre Unzufriedenheit vorprogrammiert: Plötzlich hätte der Multiplayer jegliche Eleganz oder den berühmten Adrenalinrausch verloren und würde schwerfällig wirken. Keine Sprints entlang der Wände, keine Jetpacks und keine Infrarot-Sicht? Der Multiplayer eines Modern Warfare fühlt sich aus heutiger Sicht nur noch beschränkt statt atmosphärisch an. Damit ist die Konsequenz für das Franchise eigentlich recht eindeutig abzusehen: Alle Zeichen stehen auf SciFi.

Die eine große Ausnahme

Eine große Ausnahme gibt es allerdings: Ein Schauplatz, der so weit zurück in der Vergangenheit liegt, dass jeglicher Vergleich mit einem Modern Warfare oder Black Ops fehlschlägt. Nur die radikale Rückwärtsbewegung und Verlangsamung, die einzig die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs bieten, könnten das Mulitplayer-Erlebnis eines neuen Call of Duty aus der SciFi-Schiene heben. Die Zukunft des Franchises liegt im Mehrspieler-Modus, und dieser muss entweder noch schneller oder viel, viel langsamer werden, um die gigantische Community zu halten. In gewisser Weise ist das eine limitierende Einbahnstraße für das gesamte Franchise, doch mit etwas Geschick wartet am Ende dieses langen Ganges ein frischer Wind für Call of Duty.

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