Können Virtual Reality-Therapien gegen Depressionen helfen?

Vielversprechend: Virtual Reality-Therapien
© UCL/ICREA
Vielversprechend: Virtual Reality-Therapien

Menschen mit Depressionen könnten bald von einer simplen und relativ billigen Therapie-Form profitieren: In einer Universitäts-Studie bekamen die Patienten Virtual Reality-Headsets aufgesetzt und sollten ein Kind beruhigen. Dabei konnten sie sich selbst als Erwachsene im Spiegel sehen. Anschließend wurden die Rollen vertauscht und sie waren das Kind, im Endeffekt haben sie sich also selbst gut zugeredet. Der Versuch wurde drei Mal in wöchentlichen Abständen wiederholt und nach einem Monat ausgewertet. Allerdings mangelt es noch an Aussagekraft, weil die Anzahl der Testpersonen sehr begrenzt war und es keine Kontrollgruppe gab.

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Professor Chris Brewin von der Londoner UCL erklärt die Studie:

Menschen, die mit Angststörungen und Depressionen kämpfen, können sehr selbstkritisch sein, wenn Dinge in ihrem Leben schiefgehen. In dieser Studie geben die Patienten sich indirekt selbst Mitgefühl, indem sie erst das Kind beschwichtigen und dann ihre eigenen Worte hören. Das Ziel war, den Patienten beizubringen, weniger selbstkritisch zu sein und sich selbst mehr Mitgefühl entgegenzubringen. Wir haben vielversprechende Ergebnisse erhalten. Einen Monat nach der Studie haben mehrere Patienten beschrieben, dass die Erfahrung ihre Reaktionen auf Situationen im echten Leben beeinflusst hat, in denen sie zuvor selbstkritisch gewesen wären.

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Professor Mel Slater von der ICREA-Universität in Barcelona führt weiter aus:

Wir hoffen jetzt, die Technik weiterzuentwickeln und einen längeren, kontrollierten Versuch durchzuführen, damit wir auch wirklich die klinische Wirksamkeit bestimmen können. Wenn sich ein wesentlicher Nutzen zeigt, könnte diese Therapie riesiges Potential haben. Das aktuelle Marketing preisgünstiger Virtual Reality-Systeme bedeutet, dass Methoden wie diese potentiell in jedem Zuhause und auf einer breiten Basis genutzt werden könnten.

Das klingt doch sehr vielversprechend, oder was meint ihr?

moviepilot Team
Mave David Molke
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