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Mass Effect-Film: Ja zum weiblichen Commander Shepard

Commander Shepard aus Mass Effect
© Electronic Arts
Commander Shepard aus Mass Effect

Der Videospieladaptions-Limbus ist ein Ort, der von Gamern und Filmfans gleichermaßen verehrt wie gefürchtet wird. In ihm finden wir geplante Verfilmungen von Spielen, die irgendwann einmal angekündigt wurden und nun in verschiedenen Stadien der Pre-Produktion vor sich hinvegetieren, um entweder endgültig in Vergessenheit zu geraten (R.I.P. Bioshock) oder sich ungeahnt doch wieder zu erheben (Need for Speed).

Adaptionen sind ein Thema, bei dem die Gemüter hochkochen, hat Hollywood doch eine etwas fragwürdige Vergangenheit, wenn es um den Transfer von Spielen auf die große Leinwand geht. Das heißt natürlich nicht, dass sich die Filmindustrie nicht jede nur erdenkliche Marke von Assassin’s Creed über Das Moorhuhn bis hin zu Uncharted sichert, um ein Stück vom Kuchen abzubekommen.

Auch die Mass Effect-Reihe gehört zu den Projekten, die den Sprung ins Kino schaffen wollen und das neuen Informationen zufolge wohl 2017/2018. Legendary Pictures erstand 2010 die Rechte und kündigte kurze Zeit später an, dass der (erste) Film der Handlung des ersten Spiels folgen soll, in dem Commander Shepard von der Existenz der Reaper erfährt, einer mysteriösen Maschinen-Rasse, die es als ihre Aufgabe ansieht, die Galaxie von jeglichem empfindungsfähigen, organischen Leben zu befreien.

Auf den ersten Blick bietet Mass Effect eine recht klassische, fast schon generische Science-Fiction-Geschichte, es sind jedoch die Feinheiten wie der vielfältige Cast an ungewöhnlichen Charakteren, das reiche Universum und das exzellente Storytelling, die die Trilogie nicht nur zu einem Kritiker-, sondern vor allem zu einem Fan-Liebling machten. Allen voran stehen die Entscheidungen, die Spieler im Laufe der Reihe treffen, die ihre Erfahrung formen und zu einem sehr persönlichen Erlebnis machen. Das beginnt bereits mit der Hauptfigur. Commander Shepard kann männlich oder weiblich sein, denn sowohl Geschlecht als auch Biografie, Aussehen und Persönlichkeit werden von Spielern bestimmt, was bedeutet, dass kaum zwei Shepards gleich sind.

Das verkompliziert eine filmische Umsetzung ebenso wie die große Freiheit, die die Reihe bietet, weshalb logischerweise in der Pre-Produktion Entscheidungen getroffen werden müssen, in welche Richtung sich der Film bewegen und wie genau die Hauptfigur aussehen soll. Und das fängt beim Geschlecht an.

Jedes Mal, wenn von Mass Effect gesprochen wird, entbrennt erneut die Diskussion, ob Film-Shepard nun männlich oder weiblich sein sollte – obwohl wir davon ausgehen können, dass diese Entscheidung nie wirklich zur Debatte stand. Schließlich löst Hollywood sich nicht gerne von seinen starken, männlichen Hauptcharakteren und verbannt Frauen lieber in die zweite Reihe. Gerade im Fall von Mass Effect ist das allerdings ein Fehler, weil das Basismaterial sich perfekt dafür anbietet, sich von gängigen Konventionen zu lösen und gleichzeitig das Klischee zu widerlegen, dass Videospiele wie Filme von Männern dominierte Terrains sind, in dem nur sie eine tragende Rolle spielen sollten.

Werfen wir einen Blick auf die Statistiken, so verrät uns die Entertainment Software Association, dass letztes Jahr 45 Prozent aller Gamer Frauen waren, während vor zwei Jahren der weibliche Teil der US-Bevölkerung 52 Prozent aller Kinogänger ausmachte – und das obwohl beide Medien an konstanter Armut weiblicher Charaktere, die mehr als nur Eyecandy sind, leiden.

Einen Mangel an Interesse kann Frauen weder an Filmen noch an Gaming vorgeworfen werden, besonders der RPG-Bereich darf sich über eine große Menge weiblicher Spieler freuen. Gerade hier haben sie die Möglichkeit, eine Art der Repräsentation zu finden, an der es in anderen Genres häufig mangelt. Mass Effect-Entwickler BioWare im Speziellen hat eine große und aktive weibliche Fangemeinde. Ein weiblicher Shepard (aka FemShep) wäre allerdings nicht nur für diese Fans und Gamerinnen im Allgemeinen von Bedeutung, sondern vor allem für diejenigen, die sich selbst noch gar nicht als Gamer sehen.

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moviepilot Team
freakingmuse Rae Grimm
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Ich mache Dinge mit Worten und Videospielen und brauche dafür sehr viel Kaffee.

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