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Schöne, animierte CGI-Welt

Kara — eine Tech Demo mit Potenzial
© Quantic Dream
Kara — eine Tech Demo mit Potenzial

Vor zwei Wochen habe ich mich bei Screeenplay dem Sinn beziehungsweise fehlenden Sinn von Live Action Trailern beschäftigt. Aber wie ihr wisst, gibt es bekanntlich noch andere Arten von Trailern, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Zu ihnen gehört die CGI-Variation, die häufig das Label „cineastisch“ aufgedrückt bekommen und immer wieder zu beeindrucken weiß. Mehr noch als ihre Verwandten mit echten Schauspielern, scheinen sie erzähltechnisch die Brücke zwischen Film und Spiel zu schlagen. Sie gehören zu den beliebtesten Werbemitteln der Industrie und können zum Erfolg oder Scheitern eines Projekts beitragen oder den Hype um einen Titel so steigern, dass es sich negativ auf das beworbene Produkt auswirkt.

Wie auch ihre Live Action Vertreter sind CGI-Trailer kaum repräsentativ für das schließlich veröffentlichte Spiel, was ein Punkt ist, der häufig kritisiert wird. Die gezeigten Szenen stammen so gut wie nie aus dem Spiel und sind grafisch um einiges weiter entwickelt, da es sich um vorgerenderte Szenen handelt. Die Hauptaufgabe von CGI-Trailern ist es, Stimmung und Atmosphäre eines Spiels wiederzugeben, um einen ersten Einblick liefern zu können. Das geschieht häufig lange, bevor der eigentliche Titel fertiggestellt wurde. In den meisten Fällen sind diese Videos enger mit der Handlung verknüpft, als es bei Live Action Trailern der Fall ist. Zwar handelt es sich auch hier nicht um die direkte Wiedergabe von Spielszenen, trotzdem machen sie zumindest den Anschein, dass es sich um Cutszenen handeln könnte. Der Kampf, den wir beispielsweise im Hugo Strange-Trailer von Batman: Arkham City sehen, gibt sehr deutlich das Free Flow Combat System des Spiels wieder, während wir zudem etwas mehr über die treibende Kraft hinter den Ereignissen in Gotham City erfahren.

Auf den ersten Blick fällt es schwer zu erkennen, dass es sich tatsächlich um eine computergenerierte Grafik handelt und nicht um eine Aufnahme mit echten Schauspielern. Selbst wenn die Grafik im Spiel von Rocksteady sich kaum bemängeln lässt, so kommt sie doch nicht an die CGI-Sequenz des Trailers der Blur Studios heran, die sich darauf spezialisiert haben, Gamern das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Besonders stark fällt der Kontrast zwischen Trailer und grafischer Realität im Bereich der MMOs auf, wenn Titel wie World of Warcraft oder Star Wars: The Old Republic mit beeindruckenden Werbevideos aufwarten, die Fans und Cineasten die Tränen vor Vorfreude in die Augen treiben, das Ergebnis aber letztlich nichts mehr mit dem eigentlichen Spiel gemein hat. Natürlich lässt sich bestreiten, dass Fans von Onlinerollenspielen sich den grafischen Grenzen des Genres bewusst sind und sich daher nicht durch CGI in die Irre führen lassen. Allerdings sollen Trailer nicht nur eine bereits bestehende Zielgruppe ansprechen, sondern auch neue Leute anlocken. Und wer sich den Trailer zu Diablo III (oder prinzipiell zu jedem anderem Titel von Blizzard) angesehen hat und optisch etwas ähnlich Spektakuläres erwartete, nun, der wurde wohl ein wenig enttäuscht.

Es gibt aber auch Gegenbeispiele, wie den Debüt-Trailer von Naughty Dogs The Last of Us, dessen Bildmaterial direkt von einer PS3 entnommen wurde und der zeigen soll, wie qualitativ hochwertig die Ingame-Cutszenen sein werden. Zwar ist davon auszugehen, dass der anspruchsvolle Grafiklevel nicht durchgehend gehalten werden kann, doch bereits andere Spiele des Studios zeigten beeindruckend, wie schmal der Grad tatsächlich noch ist. Die Anfangssequenz von Uncharted 3: Drake’s Deception beispielsweise, lässt den Spieler häufig unbemerkt von Cutszenen ins Gameplay gleiten, ohne dass der Übergang auf den ersten Blick deutlich oder überhaupt bemerkt wird. Grafisch kann der Level von traditionellen CGI-Trailern so zwar nicht erreicht werden, Fans bekommen so aber einen besseren Einblick, was sie tatsächlich erwarten wird.

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moviepilot Team
freakingmuse Rae Grimm
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