Stardew Valley erobert Steam — und ich weiß jetzt, warum

Stardew Valley
© Chucklefish
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Ich gebe zu, es war nicht wirklich Liebe auf den ersten Klick. Nachdem Stardew Valley am 26. Februar veröffentlicht wurde, warfen immer mehr Let's Player und Spielemagazine einen Blick auf den putzigen Farm-Simulator. Wertungen und Verkaufszahlen schossen unaufhaltbar in den Himmel, bis auch ich mir schließlich dachte: "Hey, irgendwie ist es ja dein Job, zu wissen, was da draußen die Leute begeistert." Also kramte ich knapp 15 Euro aus dem Geldbeutel, überwand meinen ersten "Nicht noch ein RPG-Maker-Spiel"-Instinkt und schnallte mir Stardew Valley auf die Festplatte.

Herrje, ich liebe es.

Es gibt viele Gärten, aber dieser ist meiner

Nachdem ich im hübsch-minimalistischen Charakter-Editor meinen Helden zusammengebaut und als Lieblingsbeschäftigung "Schlafen" angegeben habe, werde ich in die Arme der rudimentären Geschichte entlassen. Ein sterbender Opa, der mir eine Farm vermacht, und ein Burn-Out-Syndrom später fliehe ich auch schon nach Stardew Valley. Dort beginnt das Spiel mit nicht mehr als einer Holzhütte und außerordentlich viel Unkraut im Hintergarten.

Nach und nach erobere ich Quadratmeter um Quadratmeter des Grundstück von der wilden Natur zurück und plane die ersten Schritte meines landwirtschaftlichen Super-Imperiums!

Gut, Super-Imperium ist nicht ganz richtig. In den folgenden Spielstunden ist das drängendste Ziel für mich erst einmal, eine Lebensgrundlage zu schaffen. Dazu baue ich nach und nach immer mehr Nutzpflanzen an, errichte schließlich einen ersten Hühnerstall und kann, wenn alles klappt, am Ende stolz auf meine riesige Farm blicken.

Garniert wird dieses doch recht einfache Spielprinzip mit den Einwohnern der benachbarten Kleinstadt, die mir nicht nur dringend benötigte Samen und Vorräte verkaufen, sondern auch immer wieder Mini-Missionen entgegen drücken — oder einfach nur für Smalltalk bereitstehen. Stardew Valley macht mich zum Herrscher über meinen eigenen Grund und Boden, aber gibt mir gleichzeitig das Gefühl, dass es da hinter den Grenzen meines Gartenzauns noch mehr gibt: Eine Welt, deren Erforschung sich ebenso lohnt wie der tägliche Spaziergang mit der Gießkanne auf meinen Feldern.

Es ist unglaublich motivierend, nach und nach immer mehr Pflanzen zur Reife heranzuziehen und dafür mit Goldstückchen belohnt zu werden. Ja, in dieser Welt gibt es viele Gärten, aber dieser eine ist meiner — und das ist ein sehr befriedigendes Gefühl.

Keine Perfektion — aber das erwartet auch niemand

Trotz meiner Verliebtheit sind mir einige Dinge aufgefallen, die schlicht nervtötend sind: Der Charakter bewegt sich recht langsam durch die Spielwelt, was den regelmäßigen Gang zum Samen-Händler unnötig langatmig gestaltet. Auch gibt es zu Spielbeginn kaum Informationen, wie das Spiel eigentlich funktioniert. Laut Steam-Reviews schreckt das immer wieder interessierte Spieler ab, während ich das learning by doing-Prinzip eigentlich als recht motivierend empfinde.

Stardew Valley ist kein perfektes Spiel, aber herrje, welches Spiel ist das schon. Stattdessen holt ihr euch mit diesem Titel eine sehr charmante und motivierende Farm-Simulation ins Haus, die Spielstunde um Spielstunde fordernder wird. Die Belohnung für eure teils autodidaktischen Mühen ist ein wunderschöner Hintergarten und das Gefühl, etwas völlig neues nur mit eurem Mauszeiger aufgebaut zu haben.

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