Episode 2: Give No Shelter

The Walking Dead: Michonne im Test — Der blutige Pfad des Schwertes

The Walking Dead: Michonne
© Telltale Games
The Walking Dead: Michonne
moviepilot Team
R3nDom Dom Schott
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Ich weiß doch auch nicht.
The Walking Dead: Michonne — A Telltale Games Mini-Series - Verpasse keine News!
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The Walking Dead: Michonne ist weder die Rückkehr von Telltale Games zu ihren Wurzeln noch ein Spaziergang durch die Komfortzone des Entwicklerteams. Stattdessen ist die Geschichte von Michonne die konsequente Weiterentwicklung der Abenteuer von Lee und Clementine, die 2012 so viele Spieler begeisterte. Nicht mehr der Kampf ums Überleben steht im Vordergrund, sondern der langsame, steinige Weg eines Menschen zurück ins Leben, der sich eigentlich bereits aufgegeben hat.

Episode 2: Give No Shelter

Ich bin ungemein erleichtert, nach dem Ende der zweiten Episode nun sagen zu können, dass mein Optimismus nach In Too Deep belohnt wurde. Statt den Fehler zu begehen, viel zu viele oberflächliche Beziehungen mit neuen Charakteren einzuleiten, zieht sich der zweite Teil von Michonnes Abenteuer wieder in einen überschaubaren Rahmen zurück: Eine kleine Familie wird durch unsere Ankunft aus ihren Fugen gehoben und erneut findet Telltale das richtige Timing, um uns zum perfekten Zeitpunkt daran zu hindern, auch mental anzukommen.

Apropos: Michonnes Trauma-Episoden gewinnen im Laufe der zweiten Folge an Intensität und finden auf sehr geschickte Art und Weise einen Weg, das Gameplay zu beeinflussen. Ich bin sehr beeindruckt von diesen recht ungewöhnlichen und ungewohnten Rückblenden, die die Vergangenheit des Hauptcharakters reflektieren und hoffe, dass Telltale Games den Mut beweisen, diesen Weg auch im kommenden Finale zu einem Ende führen. Dass die letzten Schritte dorthin nicht einfach sein werden, deutet diese zweite, sehr gelungene Episode jedenfalls bereits eindrucksvoll an.

Episode 1: In Too Deep

Die erste der insgesamt drei Episoden rund um Michonne, die Fans bereits aus den Comics und der TV-Serie kennen, ist in meinen Augen ein gelungener Auftakt einer vielversprechenden Reise. Telltale Games scheint sich bewusst zu sein, dass die Mehrheit der Spieler keinem Fremden mehr über den Weg traut und wir kaum noch bereit sind, emotionale Beziehungen zu irgendwem aufzubauen. Die Geschichte von Lee und Clementine hat uns schmerzlichst beigebracht, dass in der Welt von Telltale keine Spielfigur wirklich sicher vor ihrem eigenen Ableben ist.

Stattdessen ist es das große Ziel dieser Trilogie, das Seelenheil unserer Heldin zu retten. Sehr früh in der Episode lernen wir die Mitglieder unserer Gruppe kennen, der sich Michonne angeschlossen hat. Es sind die Stimmen der Vernunft, der Vorsicht aber auch des Abenteuers, die links und rechts von ihr laut werden. Die große Herausforderung für uns wird es in den kommenden Wochen also nicht sein, möglichst viele Menschen zu retten, sondern den richtigen Pfad für Michonne zu wählen, der sie wieder zurück ins Leben führt: Eine interessante Prämisse, die sich in leicht abgewandelter Form bereits in der Reihe The Wolf Among Us bewährte, in der Bigby ständig gegen die lodernde Wut in seinem Innern ankämpfen musste.

Ja, ich freue mich auf die kommenden beiden Episoden und auf die Entwicklung, die Michonne unter meinen Entscheidungen nehmen wird — und ich empfehle euch, jegliche Vergleiche zu den Abenteuern von Lee und Clementine aus eurem Kopf zu verbannen: Deutlich mehr Spielspaß wird eure Belohnung sein.

Der Publisher hat uns eine PS4-Version des Spiels zur Verfügung gestellt. Die Kritiken zu den kommenden Episoden werdet ihr ebenfalls hier finden können.

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Ich weiß doch auch nicht.

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