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Tomb Raider und die Wiedergeburt einer Ikone

Die neue Lara Croft
© Square Enix
Die neue Lara Croft

Wenn wir über weibliche Helden reden, dann ist es unumgänglich, dass wir früher oder später auf Lara Croft zu sprechen kommen. Denn egal, ob jemand in die Kategorie Gamer fällt oder nicht, sie ist eine Ikone, deren Name weit über ihr Entstehungs-Medium hinaus bekannt ist. Seit ihrer Geburt vor über 17 Jahren ist die zähe Archäologin einen weiten Weg gegangen. Mit der Veröffentlichung von Tomb Raider am 5. März kehrt Lara zu ihren Anfängen zurück. Der passende Zeitpunkt also, einen Blick auf die Geschichte der Abenteurerin zu werfen.

Videospielarchäologie
Jede ordentliche Biografie beginnt in der Regel bei der Geburt der thematisierten Person. Im Fall von Lara Croft ist das aber gar nicht so einfach, da ihr Lebenslaufs sich quasi mit jedem zweiten Spiel verändert hat. Mit Sicherheit können wir aber sagen, dass die Ikone erstmals 1996 das Konsolen-Licht der Welt erblickte und mit Tomb Raider massiv zum Erfolg der PlayStation beitrug. Zu verdanken haben wir das Core Design und Toby Gard, der allgemein als ihr Schöpfer gilt. Auch wenn sich Laras Vergangenheit immer wieder veränderte, so blieb die Figur doch im Kern das weibliche Game-Äquivalent von Indiana Jones, das zwar nicht auf eine Peitsche, dafür aber auf ihre treuen Doppelpistolen zurückgriff, um Probleme aus dem Weg zu schaffen, die sich mit ihrem Verstand nicht lösen ließen. Ähnlich wie auch die Indiana Jones-Filme (und Spiele), wurde Lara auf ihren Abenteuern von der Suche nach einem mächtigen Artefakt getrieben, das Alfred Hitchcock liebevoll MacGuffin nennen würde, und das lediglich dazu diente, die Handlung voranzutreiben.

Von 1996 an veröffentlichte Core Design jährlich einen weiteren Titel der Reihe. Als jedoch der Druck zu groß wurde, beschloss das Entwickler-Team, Lara in The Last Revelation sterben zu lassen. Da der Tod in fiktiven Welten aber häufig eine eher vergängliche Nebenerscheinung ist, kehrte die Archäologin zuerst auf ihrer eigenen Beerdigung in Chronicles in Form von Rückblenden zurück, bevor Angel of Darkness ihre Wiedergeburt einleitete. Oder eher einleiten sollte. Obwohl das Spiel als erster Teil einer Trilogie geplant war, stieß es weder bei Kritikern noch bei Fans auf viel Gegenliebe. Das hatte das Ende der Core Design-Ära zur Folge und die Weiterführung des Franchises unterlag schließlich der Obhut von Crystal Dynamics, die der Reihe mit Legend einen Relaunch verpassten und sie zurück an ihre Tomb Raiding-Wurzeln brachte, von denen sie sich langsam entfernt hatte. Gleichzeitig war das Spiel der erste Teil einer neuen Trilogie, die mit Anniversary fortgesetzt und mit Underworld abgeschlossen wurde.

Von der Gruft auf die Leinwand
Wie es sich für ein erfolgreiches Videospielfranchise gehört, wurden schnell die Rechte an Lara Crofts Abenteuer verkauft. Nur knapp fünf Jahre nachdem sie zum ersten Mal über die Bildschirme turnte, fand die Archäologin in Tomb Raider verkörpert durch Angelina Jolie ihren Weg auf die große Leinwand. Selbst wenn der Film nur mäßige Kritiken bekam, war er an den Kinokassen erfolgreich genug, um Tomb Raider 2 – Die Wiege des Lebens zu rechtfertigen und ist noch heute auf Platz drei der weltweit erfolgreichsten Videospieladaptionen.

Wie es häufig so ist, hatten die Filme wenig mit den Spielen gemein und erzählten eigene Geschichten jenseits der animierten Abenteuer. Der zweite Film floppte sowohl bei Kritikern als auch an den Kinokassen, weshalb eine Weiterführung des Franchises jahrelang nicht gedacht wurde – bis irgendwann das Wörtchen Reboot fiel.

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moviepilot Team
freakingmuse Rae Grimm
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