Wiederholungstäter

Trennungsschmerz im Test zu Lego Jurassic World

Lego Jurassic World
© Warner Bros. Interactive Entertainment
Lego Jurassic World
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Liebe Lego-Filmumsetzungen,

wir müssen reden. Seit Jahren erlebe ich mit euch die verschiedensten Abenteuer. In dieser Zeit haben wir zusammen die Schlacht von Helms Klamm geschlagen, die dunkle Seite der Macht bekämpft oder in der Zauberschule Hogwarts auch den letzten Lego-Stein umgedreht.

Und nun überzieht ihr mit Lego Jurassic World die nächste große Filmreihe mit eurer bunten wie unverkennbaren Plastikschicht. Dabei erzählt ihr nicht nur die Geschichte des aktuellen Dino-Freizeitpark-Blockbusters auf eure eigenwillige Art, die die Vorlage nie ins Lächerliche zieht, sondern immer mit einem Augenzwinkern zitiert. Auch die Vorgänger habt ihr ausgegraben, um mich zum Beispiel die Spannung der Küchenszene aus Jurassic Park nachfühlen zu lassen.

Doch mittlerweile ist es nicht mehr dasselbe. Vielleicht habe ich mich einfach verändert. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ihr immer noch wie früher seid.

Wieder einmal spiele ich die inhaltlichen Höhepunkte von Kinofilmen nach, sammle unzählige Lego-Steine oder löse kleinere Rätsel. Wieder einmal muss ich die Fähigkeiten meiner Spielfiguren kombinieren: manche können durch Schächte kriechen oder auf Zielscheiben schießen, andere wiederum in Misthaufen wühlen (ja, ernsthaft). Selbst Abschnitte, in denen ich einen Velociraptor steuere, brechen kaum mit diesem Muster.

Ein bisschen erinnert ihr mich inzwischen an Fast Food von McDonald's. Ob ihr mich nun mit einer neuen Soße locken wollt oder Bacon mit Tomaten tauscht – im Grunde weiß ich, was ich von euch bekomme. Nur richtig zufrieden bin ich damit kaum noch. Burger sind einfach mehr als zwei Brötchenhälften, die ein Stück Fleisch zusammenpressen.

So fangt ihr zwar gekonnt den Lego-Look ein, aber nicht die grundlegende Faszination, das Herumexperimentieren abseits der Baupläne. Wenn ich die Umgebungen in ihre Einzelteile zerlege und anschließend neu zusammensetze, um voranzukommen, schreibt ihr mir vor, was entstehen wird.

Zudem spüre ich mehr und mehr, wie sehr ihr eigentlich von dem lebt, was ich mit der jeweiligen Vorlage verbinde. Bislang ist Jurassic Park nämlich der einzige Teil der Reihe, den ich gesehen habe. Und in diesen Abschnitten schafft ihr es, mit den Gefühlen zu spielen, die der Film in mir geweckt hat. Im Vergleich dazu fesselt mich die Jurassic World-Episode emotional kaum.

Besonders schade: Bevor eure Figuren Synchronstimmen (größtenteils aus den Filmen stammende Sound-Samples) hatten, musstet ihr eine eigene, erzählerische Sprache entwickeln. Diese fehlt mir heute, weshalb die Inszenierung leider eine Spur zu gewöhnlich wirkt.

Hoffentlich gelingt es euch irgendwann, aus euren festgefahrenen Bahnen auszubrechen.

Euer Tim

Das spielgewordene Happy Meal – im Guten wie im Schlechten.
  • Wieder eine Lego-Filmumsetzung von TT Games
  • Musik
  • Wieder eine Lego-Filmumsetzung von TT Games
  • Schlechte Sound-Abmischung

Lego Jurassic World wurde uns in Form eines PS4-Testmusters vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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