Unsere Wünsche für das Spielejahr 2016

Hellblade – einer der Hoffnungsträger 2016
© Ninja Theory / Sony
Hellblade – einer der Hoffnungsträger 2016
moviepilot Team
R3nDom Dom Schott
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Ich weiß doch auch nicht.

2016 steht vor der Tür und mit ihm ein noch unbeschriebenes Blatt für die Videospielgeschichte. Zwar gibt es hier und dort schon einige Release-Termine kommender Titel, doch bieten die 12 Monate noch viel Platz für Wünsche und Hoffnungen. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, was wir uns vom neuen Jahr rund um die Videospielkultur wünschen und öffnen nun für euch unsere Herzen.

Rae wünscht sich mehr Spiele mit ungewöhnlicher Narrative

Eine meiner größten Überraschungen 2015 war Until Dawn und dessen mit dem Gameplay verbundene Geschichte. Ich bin großer Fan von Spielen, in denen meine Entscheidungen Konsequenzen haben und den Rest des Spiels beeinflussen, was auch einer der Gründe ist, warum ich Spiele von BioWare so gerne mag. Ich wünsche mir, dass dieser Butterfly Effect, den BioWare und Supermassive Games nutzen, seinen Weg in noch mehr Spiele findet, die damit verwobene Geschichten mit hohem Wiederspielwert bieten. Das ist allerdings nur der Anfang, denn hier soll die Innovation für Spielnarration, die nicht nach Schema F verläuft, nicht aufhören. Ich hätte gern mehr Spiele wie Dr. Langeskov, The Tiger And The Terribly Cursed Emerald: A Whirlwind Heist, Her Story oder auch Mittelerde: Mordors Schatten, die alle mit ihrer Art des Erzählens aus der Masse hervorstechen.

Conny wünscht sich mehr Spiele, in denen Drachen ihre Freunde sind

Titel wie The Elder Scrolls V: Skyrim und Dragon Age: Inquisition sind zwar unterhaltsam, haben für mich aber ein großes Manko. Ihre Entwickler haben dafür gesorgt, dass Drachen mich als Feind wahrnehmen und das will ich nicht. Das Xbox One-exklusive Scalebound geht für mich genau in die richtige Richtung, denn darin seid ihr so eng mit eurem schuppigen Begleiter verbunden, dass das ihr Zeitliche segnet, wenn der jeweils andere stirbt. Ihr könnt auf eurem feuerspeienden Freund reiten, ihn skillen und sein Aussehen nach eigenem Belieben gestalten. Ich will mehr davon!

Phil wünscht sich weniger Spiele

Eines meiner Highlights des Jahres war – entgegen der lauten und scharfen Kritik – The Order: 1886. Nein, das Gameplay war nicht bahnbrechend und nein, es war auch nicht wirklich lang. Aber trotzdem hatte ich mit dem Titel mehr Spaß als mit einem 20-Stunden-Assassin’s Creed, in dem ich ständig das Gleiche tue. Ready at Dawn hatte ein klares Ziel: Einen cineastischen Shooter zu schaffen, der eine interessante Geschichte erzählt. Und genau das ist auch hervorragend geglückt. Dass The Order auf so viel Unverständnis traf, lag vor allem daran, dass ein Großteil der Spieler immer noch anhand von Checklisten abzuarbeiten scheint, zu wie viel Prozent ein Spiel überhaupt ein Spiel ist. Das muss ein Ende haben.

Hannes hat nun wirklich keine Zeit mehr

Mein persönliches Videospieljahr wurde vor allem von Titeln geprägt, die viel zu viel Zeit in Anspruch genommen haben. Egal ob es nun um Fallout 4, The Witcher 3: Wilde Jagd, Xenoblade Chronicles X oder auch gestreckte Abenteuer wie Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain ging, der jahrzehntelange Trend zum expansiven Größenwahn hat in den letzten 12 Monaten einen neuen Höhepunkt erreicht.

Selbst wenn ich wollte, könnte ich keines dieser Spiele wirklich beenden und als ganzheitliche Erfahrung mitnehmen, weil mir schlicht die Zeit fehlt, um mich durch 300-stündige Abenteuer zu wühlen. Selbst mit Verzicht auf gelegentliche Abendpläne muss ich mich bei vielen Neuerscheinungen damit anfreunden, auf ewig im ersten Drittel festzuhängen und die meisten Mechaniken und Erzählstränge nur zu erahnen.

Dabei ist mir in diesem Jahr zugleich auch kein einziger Titel aufgefallen, der seine Größe tatsächlich rechtfertig. Hätte sich CD Projekt RED auf ein 50 Stunden-Abenteuer konzentriert, wäre The Witcher 3: Wilde Jagd nicht minder interessant geworden und die Entwickler hätten deutlich mehr Feinschliff in die Erzählung stecken können. Aber das Verlangen nach dem gigantischen Eskapismus scheint noch immer reizvoller zu sein, als der Gehalt der Erlebnisse.

Finja will zurück zu den Wurzeln

Ich bin eine große Freundin von Shootern. Doch es gibt diese Tage, an denen digitaler Mord und Totschlag mir zu nahe gehen und ich einen Rückzugsort brauche. Und das ist seit jeher meine kleine Farm, auf der ich fleißig Obst und Gemüse anpflanze und meine Tiere versorge. Während Popuri momentan bereits unser fünftes Kind erwartet, bereitet die Kuh Moo sich auf ihren Ruhestand vor. Ihr ahnt es vermutlich: Ich rede hier nicht von einer echten Farm, sondern von Harvest Moon.

Seit Jahren bin ich dem Franchise bereits treu, verfolge jede Neuigkeit und habe schon zigfach brachliegende Farmen wiederaufgebaut, Dorfgemeinden zueinandergeführt und die Erntegöttin gerettet. Da mir bei den neueren DS-Ablegern der Serie aber ein wenig der Zauber des alten Harvest Moon fehlt, kehre ich meist schnell wieder zu Harvest Moon: Back to Nature zurück.

Ich wünsche mir deshalb ein Harvest Moon, das nicht nur auf Handheld-Konsolen spielbar ist und sich an den ersten Teilen des Franchise orientiert, diese aber um neue Story-Elemente, Tiere und Aufgaben ergänzt.

Linda will wieder überrascht werden

Auch wenn mich das Spielejahr 2015 weitgehend zufrieden stellte, blieben zumindest im Triple A-Bereich Momente der großen Verblüffung aus. Unvergessen bleibt das Jahr 2013, das mir mit The Last of Us und Bioshock Infinite gleich zwei Spiele auf den Tisch knallte, die ich auch heute noch als meine größten Story-Erfahrungen überhaupt bezeichne. Und genau dort liegt das Problem.

Seitdem erlebte ich keine Geschichte mehr, die mich auch Stunden nach dem Ende noch intensiv grübeln ließ. Die großen Spiele dieses Jahr wie The Witcher 3, Bloodborne oder Fallout 4, ließen zwar spielerisch keine Wünsche offen, stachelten mich aber nur bedingt dazu an, mit anderen über das Erlebte zu reden. Nur Toby Fox' kleines Indie-RPG Undertale, konnte narrativ einen ähnlichen Nachhall erzeugen einst The Last of Us oder Bioshock: Infinite. Ihr Blockbuster des Jahres 2016, da habt ihr euer Vorbild.

Dom hat die Geduld für Tradition und Durchschnitt endgültig verloren

Das Jahr 2015 hat mir auf vielerlei Weise die Augen geöffnet: Durch mein neues Arbeitsumfeld und das Mitteilungsbedürfnis meiner Kollegen hat sich mein Blick auf Videospiele und Spielkultur weiterentwickelt. Ich habe gelernt, noch weiter über den Tellerrand zu blicken und Dinge zu hinterfragen, die wir schon viel zu lange als gegeben hinnehmen. Das spiegelt sich auch in meinen konkreten Wünschen für 2016 wieder: Ich will nächstes Jahr keine Zeit mehr mit uninspirierten, langweiligem Durchschnittskram verbringen.

Titel wie Darkest Dungeon, Uncanny Valley, Her Story oder auch Assassin's Creed: Syndicate öffneten mir dieses Jahr die Augen dafür, wie eine Videospielkultur auch aussehen kann, wenn Frauen stark und glaubwürdig sein dürfen, wenn Spielcharaktere nicht unsterblich und Emotionen spielentscheidend sind. Mir gefiel diese Kostprobe einer frischen Generation voller Ideen und Erfindungen — Einheitsbrei, gelangweiltes Herummaschieren in offenen Spielwelten und muskelbepackte Einzeiler-Helden will ich dagegen nicht mal mehr in der Nähe meiner Konsole sehen.

All diese Hoffnungen werden momentan von einem Spiel zusammengefasst, das 2016 erscheinen soll: Hellblade von Ninja Theory wird die Geschichte einer keltischen Kriegerin erzählen, die nach jahrelangen brutalen Kämpfen an einen Punkt angelangt ist, an dem sie nicht mehr weiter kann. Ich bin unheimlich gespannt auf diesen Titel — und wie die Spieler weltweit darauf reagieren werden.

Nun seid ihr an der Reihe: Was wünscht ihr euch für das Spiele-Jahr 2016?

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Ich weiß doch auch nicht.

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