Community-Frage der Woche

USK, BPjM und Co. – Was haltet ihr vom deutschen Jugendschutz?

Mortal Kombat X
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Mortal Kombat X
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Noch vor wenigen Jahren bekamen hiesige Spieler immer wieder für den deutschen Markt angepasste Versionen vorgesetzt, die mit teils recht eigenwilligen Änderungen aufwarteten. Mal besaß das Blut eine grüne Farbe oder fehlte – ebenso wie die Ragdoll-Engine – einfach ganz, mal waren aber auch eigentlich menschliche Figuren plötzlich Maschinen. Ja, Command & Conquer - Generäle, ich meine dich.

Mehr: Deutscher Medien-Verein fordert schärfere Indizierung

Aber diese Zeiten scheinen der Vergangenheit anzugehören. Doom, das keinen Hehl aus seiner gnadenlos überzeichneten Gewalt macht, erscheint hierzulande ungeschnitten. Die internationale Version von Fallout 3 schaffte es dank Bethesdas Bemühungen vom Index. Und selbst Mortal Kombat X kam schließlich auch ganz offiziell in die deutschen Händlerregale. Spieler, die USK, BPjM und Co. früher kritisch gegenüberstanden, weil sie sich etwa bevormundet fühlten, haben heute also keinen Grund mehr dazu, oder?

Aber bevor wir euch mit dieser Frage löchern, werfen wir einen Blick auf letzte Woche. Wir wollten von euch wissen, ob ihr überhaupt noch Lust auf klassische Singleplayer-Kampagnen habt. Und eure Antworten rufen uns ein deutliches "Ja" entgegen, so wie im Beitrag von M-e-d-e-a:

Klassische Singleplayer-Kampagnen sind einfach unverzichtbar. Wieso sollte ich Titel wie Gone Home, Leviathan, Walking Dead u.s.w. mit irgendeinem Lauch spielen wollen? Starke Storylines haben, wenn man alleine in sie eintaucht, eine unglaubliche Wirkung. Im Multiplayermodus steht, wie schon oben erwähnt, der Erfolg mehr im Mittelpunkt.

Ähnlich sieht das auch Suspektianer:

Alles, was über "nett" hinausgeht, ist aber fast immer im Singleplayer-Bereich zu Hause. Also das, was einen beeindruckt, zum Nachdenken bringt oder vielleicht einen Einfluss auf das ganze Medium hat – Dinge wie Atmosphäre, Storytelling, Charaktere.

Und Finch12 wiederum scheint allgemein kein Fan von Mehrspieler-Modi zu sein:

Alles, was ich bisher an Multiplayer gespielt habe (was meistens nur wegen Trophäen/ Errungenschaften war), hat mich innerhalb kürzester Zeit gelangweilt. Gerade die immer selben Multiplayermodi von CoD und Konsorten sind einfach zu eintönig, langweilig und bieten absolut keinen Reiz, sie zu spielen.

Und damit zurück zur Community-Frage dieser Woche: USK, BPjM und Co. – Was haltet ihr vom deutschen Jugendschutz?

Hannes möchte nur, dass an den richtigen Stellen aufgepasst wird

Die Idee, dass gewisse Inhalte nicht für Kinder zugänglich gemacht werden, weil ihnen noch die Möglichkeit fehlt, sie richtig einzuordnen, ist eine schöne Sache. Das hat nichts mit Zensur zu tun, sondern zeigt einfach nur Verantwortung und Fürsorglichkeit. Wie diese Sperren letztlich aber umgesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt. Trotz komplexer Analysen scheint oft die bloße Anwesenheit von Sexualität und Gewalt für Probleme zu sorgen.

Aber ich will meine Kinder nicht vor Blut und Gedärmen oder vor Penissen und Vaginen schützen, sondern vor Botschaften, die all diese Dinge in den falschen Kontext rücken. Sexismus, Rassismus, Erniedrigung und sexualisierte Gewalt sind die Punkte, die mir Sorgen machen. Wenn Spiele hier nicht klar genug differenzieren können, dann stehe ich hinter der USK, wenn das 18er Siegel auf das Cover kommt.

Janna findet, dass der Jugendschutz heutzutage nicht mehr der Rede wert ist

Fallout 3 war das einzige Spiel, das mir durch Kürzungen negativ aufgefallen ist. Der Perk Bloody Mess hieß zwar noch so, erhöhte in der damaligen deutschen Version aber ausschließlich den Angriffswert. Das fand ich zu dem Zeitpunkt schade, immerhin ist der Perk nicht besonders grausam, sondern eher absurd: Ein beliebiger Treffer kann den Kopf eures Gegners explodieren lassen. Komplett überzogen, aber wohl trotzdem zu heftig für die deutsche Version.

Das hat mich nun nicht dazu gebracht, dem Spiel abzuschwören oder gegen den Jugendschutz zu wettern. Generell finde ich es sinnvoll, Inhalte einzustufen und erst ab einem bestimmten Alter zu verkaufen. Ob man Spiele ab 18 dann noch kürzen muss, muss man wohl von Spiel zu Spiel individuell entscheiden. Aber da finde ich die Eingriffe heutzutage nicht mehr dramatisch.

Jetzt seid ihr dran!

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