Don't feed the troll – Internet-Trolle nur zu ignorieren, reicht nicht mehr

Trolle: Bitte nicht füttern!?
© Warner Bros./Warner Home Video
Trolle: Bitte nicht füttern!?

Internet-Trolle, Cyber-Gewalt, Online-Belästigung und Hate-Speech: Auf dem aktuell in Austin stattfindenden South by Southwest-Festival (SXSW) widmen sich die Veranstalter auch den unangenehmen Themen. Ihnen wurde sogar mehr Platz eingeräumt als ursprünglich geplant, und zwar gegen jeden Widerstand. Denn Gewaltandrohungen überschatten die Diskussionen und Vorträge, was deren Wichtigkeit und Notwendigkeit auf traurige Art und Weise verdeutlicht. Es handelt sich hierbei nämlich schon lange nicht mehr um ein reines Internet-Problem oder etwas, das nur innerhalb der Gaming-Szene geschieht. Der Hass schwappt aus dem Internet über und darf nicht mehr ignoriert werden.

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Laut dem Guardian gibt der Experte Joseph Reagle zu Bedenken, dass sadistische und psychopathische Züge mit dem Trollen in Korrelation stehen. Außerdem sei auffällig, dass diejenigen am ehesten Spaß am Trollen hätten, die ohnehin oft online kommentieren.

Ich habe immer gesagt: Nicht die Trolle Füttern. Das ist schon eine ganze Weile da draußen. Aber ich würde sagen, dass das nicht mehr länger ausreicht. Die Trolle in den Neunzigern waren nicht dieselben Trolle wie die, die wir heute haben.

Andrea Weckerle hat CiviliNation gegründet, eine Organisation, die Online-Konflikte und Belästigung erforscht. Ihr zufolge sagen 12,9% der Leute, ihnen sei online bereits körperliche Gewalt angedroht worden. Der Ort, an dem am meisten von allen getrollt würde, sei Facebook. Dass der Konzern Probleme damit hat, gegen Hasskommentare vorzugehen, wissen wir nicht erst seit der sogenannten Flüchtlingskrise in Deutschland. Auch in den USA hält mit Donald Trump Hate Speech Einzug in den medialen Mainstream.

Auf dem SXSW findet morgen der Gipfel zum Thema Belästigung statt, auf dem auch die großen Konzerne wie Google und Facebook Panels haben. Zu Wort kommen neben diversen Medien-Experten, Wissenschaftlern sowie Vertretern aus der Videospiel-Industrie auch Brianna Wu und Randi Harper, die beide Ziele der Gamergate-Bewegung wurden.

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"Im Kino Schlafen heißt: dem Film vertrauen."

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