Was kommt nach Fallout 4?

Was hat Bethesda als nächstes im Gepäck?
© Bethesda Softworks
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Ich bin ein professioneller Motocross-Champion mit Abschlüssen in Kunstgeschichte und Paläontologie, der Picasso/Dinosaurier-relevante Kriminalfälle in seiner Freizeit aufklärt.

Der Release von Fallout 4 liegt nun schon über drei Monate zurück, da wird es natürlich so langsam Zeit, dass wir über das nächste Projekt von Bethesda reden. Diese völlig verfrühte Diskussion hat sich der Publisher aber selbst zuzuschreiben, denn im Rahmen der DICE Awards hat Todd Howard stolz von mindestens drei Projekten geredet, die schon in Planung seien. Groß und verrückt sollen diese Spiele werden, ins Detail ging er dabei aber nicht. Herausforderung angenommen!

Frischer Anstrich in der Gerüchteküchte

Ich stelle hier und jetzt Überlegungen an, um welche Spiele es sich dabei handeln könnte. Damit meine ich nicht nur, dass ich bestimmte Franchises aufzähle, sondern auch in Betracht ziehe, welche Art von Spielen für Bethesda überhaupt möglich sind. Zuallererst möchte ich aber die üblichen Verdächtigen abhandeln. Jetzt auch nur über Fallout 5 nachzudenken ist albern. Die aktuelle Nachfrage ist gedeckt und in Zukunft wird es ausreichend DLCs geben, die den Fans mehr von der Post-Apokalypse unterbreiten werden.

Das Thema The Elder Scrolls VI ist nicht ganz so schnell erledigt. Zwar hat Vice President Pete Hines im August des letzten Jahres noch gesagt, dass es noch sehr lange dauern wird, bis das Team über etwas anderes als Fallout 4 oder The Elder Scrolls Online redet, eine rote Karte für einen Skyrim-Nachfolger ist das aber nicht. Dass es noch weitere Geschichten in Tamriel zu erzählen gibt, dürfte klar sein, aber die beliebte RPG-Reihe kann sich keinen Schritt erlauben, der kleiner als die vorherigen ausfällt. Unwahrscheinlich, dass Bethesda neben The Elder Scrolls VI noch an zwei weiteren Spielen arbeitet.

Vielleicht liegt hier aber auch der springende Punkt, denn Bethesda ist nicht nur ein Team von Entwicklern, sondern agiert auch erfolgreich als Publisher. In der Theorie können die drei Projekte, von denen hier die Rede ist, auch bei externen Studios liegen, die lediglich unter der Bethesda-Flagge segeln. Zum einen haben wir da Tango Gameworks, die unter Shinji Mikami dafür gesorgt haben, dass uns in The Evil Within der kalte Schauer über den Rücken lief. Gibt es hier einen Nachfolger oder gar eine ganz neue IP? Ähnliches gilt für MachineGames, die mit der Fertigstellung von Wolfenstein: The New Order (inklusive Wolfenstein: The Old Blood) wieder Zeit für einen neuen Shooter hätten.

Die Arkane Studios fallen hier wohl eher raus, denn dass das Team an Dishonored 2 arbeitet, ist längst bekannt. Dann gibt es da auch noch kleinere Teams wie Splash Damage, die 2011 mit Brink eine Bruchlandung hinlegten und zuletzt den Free to Play-Shooter Dirty Bomb auf die Beine stellten. Vielleicht holt Bethesda das Team noch einmal zurück. Die Tatsache, dass aber Game Director Todd Howard auf der Bühne stand, lässt darauf schließen, dass es doch um Eigenproduktionen geht. Mit externen Studios hat dieser nämlich eigentlich nichts zu tun, in der Öffentlichkeit wäre das eher das Aufgabenfeld von Pete Hines.

Klein, aber oho

Wenn es aber wirklich um drei Produktionen geht, die innerhalb der Bethesda-Mauern gezimmert werden sollen, dann stellt sich die Frage nach den Kapazitäten. Das Bethesda-Team ist traditionell klein gehalten und in der Größe nicht mit anderen AAA-Studios zu vergleichen. So arbeiteten an Fallout 4 nur etwas über 100 Personen und das sind personelle Dimensionen, die parallel ablaufende Entwicklungen erschweren. Mitte Dezember gab Bethesda aber bekannt, dass in Kanada ein zweites Studio eröffnet wurde, das neue Kapazitäten für PC-, Konsolen- und Mobile-Titel schaffen soll. Damals arbeitete dort aber auch nur ein Kernteam von 40 Entwicklern.

Wie umfangreich können diese "großen und verrückten" Spiele also sein, wenn abzüglich des Fallout 4-Teams (DLCs) weniger als 200 Entwickler verfügbar sind? Laut Todd Howard sollen diese Projekte zwar neu und anders sein, aber auch trotzdem typische Bethesda-Titel werden. Der Erfolg von Fallout Shelter hat den Mobile-Markt durchgerüttelt und wer sagt, dass nicht auch Spiele wie dieses jetzt "typische Bethesda-Titel" sind? Immerhin sorgt das Studio in Kanada ja auch für Optionen im Mobile-Bereich. Und selbst Schlagwörter wie "groß" lassen sich unterschiedlich auslegen, damit muss nicht die Spielwelt gemeint sein.

Groß kann auch die angestrebte Spielerschaft sein und mit Mobile-Ablegern erreicht man tatsächlich jede Menge Leute. Yves Lachance, der das Studio in Kanada leitet, war übrigens vorher bei Behaviour Interactive, die wiederum für die Arbeit an Fallout Shelter verantwortlich zeichnen. Dass zumindest eines der drei Spiele den Mobile-Markt bedienen könnte, ist also nicht unwahrscheinlich. Ein Blick in die Geschichte von Bethesda macht schnell klar, dass außer The Elder Scrolls und der Fallout-Reihe nicht vieles dauerhaften Erfolg gezeigt hat. Eine Rückkehr zu früheren Franchises können wir also ausschließen – außer Todd Howard spielt auf ein neues Eishockey-Spiel an.

Ein paar wilde Spekulationen lassen auf Prey 2 hoffen, da die Rechte seit 2009 bei Bethesda liegen. Genauso gut wäre aber auch ein Spin-off wie The Elder Scrolls Adventures: Redguard denkbar. Das Action-Adventure spielte in Tamriel, verzichtete aber eben auf den klassischen RPG-Ansatz. Somit hätten wir wieder "etwas völlig neues im bekannten Bethesda-Stil." Denn was bedeutet es eigentlich, wenn Todd Howard verspricht, dass die Entwickler etwas neues wagen wollen, was sie bisher noch nicht getan haben? In spielmechanischer Hinsicht könnte damit die Abkehr von Open World-Titeln gemeint sein oder gar von RPGs an sich.

Jede weitere Überlegung, die über diesen Punkt hinaus geht, wäre aber wirklich haltlose Spekulation. Daher zügele ich mich und fasse die realistischen Möglichkeiten zusammen. Wenn auch externe Studios zählen, dann gibt es ausreichend Gerüchte, die in der entsprechenden Küche angerührt werden könnten. Geht es um Bethesda selbst, dann dürfen wir groß angelegte Mobile-Titel nicht aus den Augen verlieren. Zudem dürfen wir nicht erwarten, dass uns mit den Möglichkeiten von Bethesda drei Projekte erwarten, die die Größenordnung von Fallout 4 erreichen.

Fallout vs. Elder Scrolls: Time Bandits confirmed.

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Ich bin ein professioneller Motocross-Champion mit Abschlüssen in Kunstgeschichte und Paläontologie, der Picasso/Dinosaurier-relevante Kriminalfälle in seiner Freizeit aufklärt.

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