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Lasst uns Dystopie spielen

Bioshock
© 2K Games
Bioshock
moviepilot Team
freakingmuse Rae Grimm
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Ich mache Dinge mit Worten und Videospielen und brauche dafür sehr viel Kaffee.

In Videospielen gehen Dystopien gerne Hand in Hand mit der Postapokalypse: Ein schreckliches Ereignis löscht große Teile der Menschheit aus und sorgt dafür, dass eine neue, alles andere als wünschenswerte Weltordnung entsteht. Sei es der Cordyceps-artige Pilz in The Last of Us, ein Atomschlag wie in Fallout 3 oder ein fieser Virus wie wir ihn in so gut wie jeder Zombieapokalypse finden – Möglichkeiten, wie die Welt zugrunde geht, gibt es viele und Videospiele finden immer neue Wege, uns düstere Zukunftsvisionen zu präsentieren.

Gerade in den letzten Jahren hat die Liebe zur Dystopie immer weiter zugenommen. Auf den ersten Blick scheint das nicht weiter verwunderlich, schließlich geht die Anti-Utopie oft einher mit Gewalt, einem Thema, das Spiele häufig nur zu gerne aufgreifen. In vielen Fällen ist sie dabei nicht mehr als ein Gameplay-Element, eine Ausrede, um bestimmte Mechanismen in Spiele einzubauen. Die Geschichte, die um sie herum gewoben wird, dient lediglich aus Rechtfertigung für eine bestimmte Art von Gameplay oder ein Genre, wie vor allem Shooter gerne zeigen. Während das Medium aber langsam erwachsen wird, entwickeln sich auch die Geschichten und die Art, wie mit ihnen umgegangen wird. Das lässt sich besonders gut an Dystopien erkennen.

Wurde vor einiger Zeit ein dystopisches Setting hauptsächlich verwendet, um einen bestimmten Grad an Gewalt rechtfertigen zu können, konzentrieren sich mehr und mehr Spiele darauf, das Szenario als Grundlage für die im Mittelpunkt stehende Handlung zu verwenden. Gewalt existiert nicht mehr nur als reiner Gameplay-Mechanismus in einem Vakuum, der Spieler wird mit seinen Taten und deren Konsequenzen konfrontiert und dank einer neuen Art von Hauptcharakter dazu gebracht, sein Tun zu hinterfragen. Anstatt selbstlose Helden zu präsentieren, legen viele dystopische Spiele ihren Fokus auf hoffnungslose, gescheiterte Existenzen, deren einziges Ziel Überleben ist, bis sie etwas finden, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Diese Gründe sind nur noch selten im Idealismus verankert. Stattdessen sind sie persönlicher, wenn nicht sogar egoistischer Natur wie zuletzt unter anderem The Last of Us und BioShock Infinite zeigten.

Beide gehören nicht nur zu den besten Spielen des vergangenen Jahres, sie zählen auch zu denen, die am häufigsten für ihre Brutalität kritisiert wurden, die im harten Kontrast zu ihren menschlichen und emotionalen Geschichten stehen. Lassen wir für den Moment dahingestellt, ob diese Kritik gerechtfertigt ist oder nicht, in jedem Fall ist es interessant zu beobachten, dass Handlung und Charaktere beider Titel so zu beeindrucken wussten, dass viele Spieler der Meinung waren, das gewalttätige Gameplay würde ihren wahren Schwerpunkt überschatten und sogar schwächen.

Es scheint fast ein Trend zu sein, dass gerade in dystopischen Spielen ein besonderes Auge auf Gewalt geworfen wird, was vielleicht auch daran liegt, dass in den letzten Jahren einige spannende Alternativen zum klassischen, dystopischen Shooter veröffentlicht wurden. Sie heben sich durch ihre helle, teilweise sogar bunte Färbung nicht nur optisch, sondern auch bezüglich ihrer Darstellung von Gewalt von anderen Vertretern der Anti-Utopie ab.

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